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Portrait als Material

Da die Ausstellung nicht in der Galerie des KVO stattfinden kann,
gibt es hier eine virtuelle Version, die rund um die Uhr offen ist:


„Das Portrait ... ist ein auf das Subjekt fixierter Raum“ (Jean-Luc Nancy)

Der Glaube an die Repräsentationsfähigkeit des klassischen Portraits im Sinne eines Abbildes bröckelt schon lange, nicht zuletzt, seit seine offensichtliche Manipulierbarkeit mithilfe von digitalen Medien den Diskurs um das Bild des Menschen erweitert hat. (De-)Konstruktionen des Ego sind Bestandteil heutiger Kommunikation, seine Fiktion wird alltäglich in den sozialen Medien erprobt.

Die Genese der Ich-Identität lässt in einer sich stark verändernden Welt den Rückgriff auf alte Rollenverständnisse nicht mehr zu, umso spürbarer ist das Bedürfnis nach einer Verortung des Individuums. Seitdem das Ich-Verständnis vielfältig geworden ist, ändert sich auch der reflektierende Blick auf den anderen. Das Bild des Menschen möchte immer aktualisiert werden.

Die Präsenz des Portraits macht die Abwesenheit der Portraitierten wahrnehmbar. Sollte die portraitierte Person zusammen mit dem Portrait im Raum sein, wird die Differenz zwischen Portrait und Subjekt offenbar; sie wirft uns auf uns selbst als dritte Beteiligte zurück.

Portrait handelt von der Beziehung aller Protagonisten und von sich selbst als Material.

Klasse Prof. Cony Theis / HKS Ottersberg mit Beatrice-Isabell Berlin, Janina Diekmann, Lea Jungmann, Adriana Kleuser, Clara Kramer, Hannah-Winona Kreß, Rabea Melius, Marisa Müller, Leonie Nünning


Katalog und Sondereditionen

Zeitgleich erscheinen ein Katalog und exklusive Kunst-Sondereditionen, die besondere Highlights bieten -- » zu Katalog und Editionen «

Ursula Villwock, 2. Vorsitzende des Kunstvereins, begrüßt und erläutert diese Ausstellung:


  • Ursula Villwock (KVO)
    Begrungsrede


Ausstellung

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[+] Beatrice-Isabell Berlin [+] Janina Diekmann [+] Lea Jungmann
[+] Adriana Kleuser [+] Clara Kramer [+] Hannah-Winona Kreß
[+] Rabea Melius [+] Marisa Müller [+] Leonie Nünning
     


Beatrice-Isabell Berlin

» Mein Objekt könnte ich als eine Art Suche nach der Wahrheit der drei Sphären (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) beschreiben, was unmittelbar einen Konflikt auslöst, da man diese Suche fast mit der Suche nach dem Sinn des Lebens vergleichen könnte ...
Ein Konflikt, den ich nicht zu lösen versuche, den ich mir aber durch meine künstlerische Arbeit versuche, bewusst zu machen. «

Das Gedicht Ich bin (im Katalog auf Seite 12) als Audio:

  • Beatrice-Isabell Berlin
    Ich bin


Janina Diekmann

Doppelportrait
» Du nimmst mein Bild, meine Erscheinung, ich nehme die deine. Du bist nicht ich da du mich siehst und ich mich nicht sehe. Was mir fehlt, das ist jenes Ich, das du siehst. Und was dir fehlt, das bist du, den ich sehe. Und wie weit wir auch in der gegenseitigen Erkenntnis voranschreiten, in dem Maße, wie wir uns spiegeln werden, werden wir verschieden sein […] « Paul Valéry

Lea Jungmann

» Wie werden meine Versuche, an ein Portrait zu gelangen, interpretiert? Kann ich überhaupt je meine Gedanken des Portraits sichtbar machen? Oder verändern sich diese ständig, mit jedem Blick eines weiteren Individuums? Werden sie im Großen wieder zu einem komplexen Anderen, wenn ein Austausch stattfindet? Gibt es (überhaupt) eine Portraitkonsistenz? Ich habe Fragen an sogenannte Portraits, immer wieder und immer wieder neu. «

Adriana Elisa Kleuser

» Auf welche Weise kann ich etwas von dem begreifbar und sichtbar machen, was in mir lebt und mich bewegt? Dieses „Lebendige“ in einer Person zu befragen und durch künstlerische Mittel erkennbar zu machen, daraus entsteht für mich das Portrait. «

Im Inneren der Skulptur Ohne Titel, 02/20, Öl auf Textil, Holz, Draht, 50:50:50 cm wird eine Klangsequenz abgespielt:

  • Adriana Kleuser
    Somn Usor


Clara Kramer

Ohne Titel, 2017-2020 Auszüge aus den Skizzentagebüchern, 14,8 x 10,5 cm
Ohne Titel, 2019 Unterschiedliche Flecken auf Baumwolle, Stickrahmen

» Wie eine Portraitistin versuche ich mit Hilfe eines durchdringenden Blicks das Wesen des Banalen zu erfassen und wiederzugeben. Es vermischen sich meine Gedanken und Empfindungen mit äußerem von mir Wahrgenommenem, werden sichtbar für andere. «

Ihre Video-Arbeiten sind bei YouTube:
Clara Kramer, Fleck I, 2020
Clara Kramer, Fleck III, 2020

Hannah-Winona Kreß

Alle Arbeiten sind aus der Werkreihe "in natura, 2019"
Die Videoarbeit "Ohne Titel, 2019" ist bei YouTube zu sehen.

» Das Portrait, aber vor allem das Selbstportrait ist Teil meiner Arbeit. Für mich ist es immer wieder eine Suche nach meiner Identität und bietet mir eine neue Betrachtungsweise auf mich selbst. «

Rabea Melius

Aquarelle aus der Reihe Frau K., 2019

» Ich weiß gar nicht so genau, was ich im Selbstportrait suche.
Sprichwörtlich kehre ich aber erstmal vor meiner eigenen Haustür. «

Marisa Müller

» Das Selbstportrait ist die Grundlage, die purste Version meines Selbst in einer Zeichnung. Denn auch beim Portraitieren eines Gegenübers entsteht ein Selbstportrait, da meine Zeichnungen immer Teile meines selbst enthalten werden. «

Ihre Video-Arbeiten bei YouTube:
Marisa Müller, Ausschnitt aus 'Ein Jahr am Abend', 2019
Marisa Müller, Ausschnitt aus 'Ein Jahr am Abend', 2019 (Teil 2)

Leonie Nünning

» Der Prozess von außen nach innen und von innen nach außen, das sich damit fortlaufend verändernde Material erzeugt etwas Neues und Eigenes.
Eine Interpretation des innerlichen Portraits aus der Wahrnehmung heraus. «

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